Im November 2016 ist Eskander zu Besuch auf den Kerkenah-Inseln vor der Küste Tunesiens. Eine salzige Meerbrise weht ihm um die Nase und beim Blick über die pittoreske, verschlafene Landschaft empfindet er eine tiefe Zufriedenheit. Die Farbenpracht der Zwergweintrauben, die nackten Äste der Feigenbäume und die silbern glänzenden Blätter der Olivenbäume sind einfach unbeschreiblich. Er schlendert über den grün- gelben Teppich zwischen den Olivenbäumen um einen Bund Wildgras und -kräuter für den Esel seines Großvaters zu sammeln. Der traditionelle Anbau in der spektakulären Landschaft und die mühselige Ernte von Hand haben Eskander schon immer großen Respekt hervorgerufen. Die ganze Arbeit für ein Olivenöl, das mit seinem unverwechselbaren Geschmack die täglichen Mahlzeiten bereichert. Mit diesen Gefühlen und einer drängenden Frage kehrte er zurück nach Deutschland.


Warum findet man kein tunesisches Olivenöl in Deutschlands Regalen?


Nach kurzer Recherche und einigen Gesprächen mit Herstellern kam er zu einem enttäuschenden Ergebnis: Multinationale Konzerne kaufen das tunesische Öl zu billigsten Preisen um es mit anderen Ölen zu verschneiden und mit ordentlichem Profit an die unbedarften Kunden zu verkaufen. So sind viele der Olivenöle auf dem Markt - auch solche im hochpreisigen Segment, die die höchste Qualität „Nativ Extra“ tragen – vermischt mit Ölen aus allen Teilen der Welt. Wo bleibt der Anspruch an höchster Qualität und warum importiert niemand authentisches, hochwertiges Olivenöl aus Tunesien?



Die Idee für Olihrazad war geboren.


Während seines Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens in München trifft Eskander bei einem Projekt seinen Mitgründer Christoph. Aufgewachsen in der Weinkellerei seiner Eltern lernt er eine ausgeprägte Genusskultur und Feinkost aller Art zu schätzen. Von Eskanders emotionalen Ausführungen über das tunesische Olivenöl mitgerissen, ist auch er Feuer und Flamme Olihrazad nach Deutschland zu bringen. Mit seinem lebensmitteltechnischen Know-How ergänzen sich die beiden ideal.

Unverfälschtes Bio Olivenöl „nativ extra“ aus Tunesien.


Orientalischer Hochgenuss aus dem Herzen eines der ältesten Olivenanbaugebiete der Welt.


Mit der Ernte 2017/2018 ist es uns zum ersten Mal gelungen ein Olivenöl aus Tunesien nach Deutschland zu importieren, das unseren Ansprüchen genügt. Nach zahlreichen Verkostungen und der liebevollen Gestaltung der Flaschen stehen wir nun stolz bereit mit Olihrazad Ölivenöl orientalischen Hochgenuss in Ihre Hände zu legen. Erleben Sie ein unverfälschtes Olivenöl „nativ extra“ in der 3000 Jahre alten Tradition des Olivenanbaus Tunesiens.


Immer im November werden die frishen Oliven am Rande der Grand-Erg-Oriental Wüste geerntet und kalt durch mechanische Mühlen zu einem naturtrüben Öl gepresst. Die Kühle und das mechanische Pressverfahren sind wichtig um das volle Aroma zu bewahren und die höchste Qualität „nativ extra“ zu erhalten. Unser Öl wird aus 100% der uralten Olivensorte Chemlali, die in bester Bio-Qualität im trockenen Wüstenklima Tunesiens gedeiht, erzeugt. Besonders fruchtig mit Aromen von Zitronen und Anklängen von frischen Bittermandeln sowie mit dem Geruch nach frisch gemähtem Gras zeigt es sich feingliedrig und mit einer eleganten Schärfe am Gaumen.

Wissenswertes rund um das Olivenöl, seinen Anbau und seine Verkostung.


Was ist Olivenöl „extra vergin“ eigentlich?


Die Olive ist eine Frucht mit einem Ölgehalt von ca. 15%. Extra natives Olivenöl wird durch ein mechanisches Verfahren aus den Oliven kaltgepresst. Im Prinzip ist extra natives Olivenöl ein reines und unverändertes Gut, das direkt aus der Frucht des Olivenbaums kommt.

 

Im Gegensatz zu den meisten Produkten wird extra natives Olivenöl nicht fermentiert, geröstet oder erhitzt. Aus diesem Grund hängt die Qualität eines extra nativen Olivenöls von dem Zustand der Oliven, aus denen es gewonnen wird. Sind die Oliven beschädigt, dann macht sich dies bei der Pressung unmittelbar im Olivenölgeschmack bemerkbar.

Aus diesem Grund wählten wir für das Olihrazad Olivenöl eine Urolivensorte, die eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Schädlinge der Halbwüstenregionen Tunesiens hat, die Chemlali Oliven.  Schon die alten Tunesier wählten aus gutem Grund den Chemlali Olivenbaum für den Anbau in den Ausläufern der Sahara. Damals gab es weder chemische Hilfsmittel noch künstliche Bewässerung, daher konnten nur die Olivensorten angebaut werden, die eine natürliche Resistenz gegen Schädlinge hatten und mit dem auskamen was der karge Boden hergab.


Wie werden Olivenbäume gepflanzt und kultiviert?


Olivenbäume sind immergrüne Sträucher. Ja Sträucher, denn ohne menschlichen Eingriff würde sich der Olivenbaum wie ein Busch entwickeln. Erst durch das Abschneiden aller Stämme bis auf einen Hauptstamm entsteht der Olivenbaum, wie wir ihn kennen. Dieser Baum ist eine genügsame Pflanze, die mit wenig auskommt. Daher überrascht es nicht, dass manche Olivenhainen sowohl in den steilsten Hängen der Toskana als in einigen Halbwüstenregionen Tunesiens über Jahrhunderte (gar über Jahrtausende) hinweg produktiv bleiben.

Im Olivenanbau zur Gewinnung von Olivenöl gibt es weltweit drei Modelle der Bepflanzung.

Erstens, der traditionelle Anbau, der auf Pflanzungen geringer bis mäßiger Dichte basiert (20-200 Bäume pro Hektar), wird überwiegend per Hand beschnitten und geerntet. Bis die Olivenbäume Früchte tragen vergehen im Schnitt zehn Jahre.

Zweitens, der semi-intensive Anbau, der mittlere bis hohe Pflanzendichte (300-400 Bäume pro Hektar) aufweist und der moderne Techniken aus dem Obstanbau einschließt. Hier vergehen fünf bis acht Jahre bis die Olivenbäume Früchte tragen.

Drittens, der super-intensive Anbau, der mit einer Anbaumethode ähnlich den Rebspalieren im Weinbau eine Pflanzendichte von 1000 Bäume pro Hektar erreicht. Zudem tragen die Olivenbäume schon nach drei Jahren Früchte.


Aus Überzeugung, dass das Problem der modernen Olivenhaine ihre Technik ist, die hauptsächlich auf produktivistischen Kriterien fußt, wählten wir für Olihrazad einen Olivenhain aus, der nach traditioneller Anbauweise kultiviert wird. Wir gingen dabei auf Tour durch das Land und begutachteten Olivenhaine aus verschiedensten Regionen Tunesien, um Euch einen ausgezeichneten Olivenöl "extra vergine" aus Tunesien zu präsentieren. Am Ende entschieden wir uns für einen traditionellen Hain am Rande der Sahara bei Kairouan, auf dem neben Chemlali Olivenbäume auch Kaktusfeigen und Mandelbäume kultiviert werden. Nun könnt Ihr raten, woher die Bittermandelnoten in Olihrazad wohl stammen können.